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Dollar-Smile-Theorie: Wie Trump Verbündete und Nachbarn ruiniert.

Aktualisiert: vor 7 Tagen

Monroe-Doktrin mit Beggar-thy-Neighbor-Politik als modifizierte Form der Reaganomics: "Donroe-Trumponomics" erklärt mit der Dollar-Smile-Theorie


Donald Trump mit seinen Wirtschaftsberatern und Finanzstrategen als verrückt oder gar dumm zu bezeichnen wäre für Anleger falsch. Sie lassen die USA nicht mehr lächeln, aus gutem Grund; Dank ihnen, ist der Dollar-Smile einer schiefen Grimasse gewichen. Aus strategischer Sicht, kämpfen sie geschickt für die USD-Hegemonie und gegen die De-Dollarisierung der BRICS+. Eine geopolitischen Analyse zum globalen Währungskrieg.


Finanzstrategen wissen, der Dollar bewegt sich nicht linear. Er legt in globalen Krisen zu, verliert bei stabilem Wachstum im Ausland an Wert und legt wieder zu, wenn die US-Wirtschaft überdurchschnittlich gut abschneidet. Dieses Muster, bekannt als Dollar-Smile-Theorie, hilft Anlegern zu verstehen, warum sich der US-Dollar in verschiedenen Marktumfeldern kontraintuitiv verhält. Reservemanager kennen diese Theorie und passen dementsprechend Währungsreserven an. Globale Unternehmen überprüfen daraufhin ihre Budgets für Investitionsausgaben.


Protektionistische Politik mit der Strategie der Unvorhersehbarkeit.

Unter der Trump-Administration sind Anlagestrategien schwierig geworden, was sich an den Turbulenzen und der Volatilität der Märkte zeigt. Das Vertrauen in die traditionellen Säulen der USA erodiert zunehmend, da diese von der US-Regierung systematisch angegriffen wird. Dies betrifft sowohl die institutionelle Unabhängigkeit der Notenbank, Justiz und Universitäten, als auch bisher stabile Handelsbeziehungen zu strategischen Partnern. Grundsätzlich wird unter US-Präsident Donald Trump die geopolitische Führungsrolle zunehmend infrage gestellt, im Inland und Ausland gleichermaßen.


Vektorgrafik von Donald Trump mit schwarzen Balken über den Augen
AI generated vector image by Gordon Johnson | pixbay and edited by +&B|M|P

Diese protektionistische Politik mit der Strategie der Unvorhersehbarkeit (Strategy of Unpredictability) ist gewollt und Teil der intelligenten Kriegsführung der USA, die sich mit ihren Systemrivalen (China und Russland) im Währungskrieg befindet. Eine unberechenbare Zollpolitik, lautstarke Angriffe auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank (Federal Reserve), ein laxer Umgang mit Fakten und Wahrheiten und eine „America First“- Haltung (MAGA) haben weltweit zu steigender Unsicherheit und einem schwindenden Vertrauen in die Verlässlichkeit und Stabilität der USA beigetragen.


Inhalt Monroe-Doktrin, Beggar-thy-Neighbor-Politik, Reaganomics, Trumponomics, Dollar-Smile-Theorie




Drei USD-Szenarien der Dollar-Smile-Theorie


Die Dollar-Smile-Theorie ist der Grund, warum die US-Regierung für Chaos in der Welt sorgt. Die Welt befindet sich nämlich in einem Währungskrieg mit der BRICS+. Grundsätzlich gilt nach der Theorie:


  • Auf der linken Seite des Smiles stärkt sich der Dollar in Zeiten globaler Risikoscheu (Risk-Off), wenn die Angst Kapital in US-Vermögenswerte als sicheren Hafen treibt.

  • In der Mitte des Smiles schwächt sich der Dollar ab, da das globale Wachstum stabil ist und Anleger ihr Kapital in renditestärkere Märkte im Ausland verlagern (Risk-On).

  • Auf der rechten Seite des Smiles stärkt sich der Dollar wieder, weil die US-Wirtschaft andere entwickelte Volkswirtschaften übertrifft.


Dollar Smile Theory
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Die wichtigste Erkenntnis ist, dass der Dollar aus zwei völlig unterschiedlichen Gründen stärker werden kann: Angst und Outperformance. Er schwächt sich nur dann ab, wenn die Bedingungen ruhig genug sind, dass Anleger anderswo nach Renditen suchen. Die Trump-Administration will im Moment keine Ruhe, nicht in Zeiten globaler Umbrüche im Systemkampf mit China und der enorm hohen Staatsverschuldung.


Trumponomics: Donald Trumps Angebotsökonomik


Trump und seine Minister versuchen die USA mit einer angebotsorientierten Wirtschaftspolitik (Supply-Side Economics) aufzubauen über Reindustrialisierung und Ausgleich des Handelsbilanzen, bei gleichzeitiger Festigung des globalen USD-gestützten Finanzsystems. Diese Politik ähnelt sehr stark den Reaganomics unter Präsident Ronald Reagan in den 1980er Jahren, die das Ziel hatte, die Stagflation (hohe Inflation bei geringem Wachstum) der 1970er Jahre unter der Regierung Jimmy Carter zu bekämpfen. Die vier Säulen der Reaganomics bzw. Trumponomics sind:


  1. Steuersenkungen (Tax Cuts): durch Senkungen der Einkommens- und Unternehmenssteuern sollen Investitionen gefördert, das Arbeitsangebot erhöht und das Wirtschaftswachstum angekurbelt werden. Der Fokus liegt darauf, die Steuersätze für hohe Einkommen und Unternehmensgewinne (Körperschaftssteuer) zu reduzieren, in der Erwartung, dass dies nach der Pferdeäpfel-Theorie der gesamten Wirtschaft zugutekommt (Trickle-Down-Theorie). Dahinter stand die Idee der Laffer-Kurve, wonach niedrigere Steuern zu mehr Investitionen und letztlich höheren Staatseinnahmen führen sollten.

  2. Deregulierung (Deregulation): durch den Abbau staatlicher Vorschriften und Regulierungen für Unternehmen, insbesondere in den Bereichen Energie, Banken und Umweltschutz, sollen Produktionskosten gesenkt und der Wettbewerb gefördert werden. Der Abbau von Preiskontrollen für Unternehmen soll den freien Wettbewerb fördern und Kosten zu senken.

  3. Kürzung der Staatsausgaben (Spending Cuts): durch die Reduzierung der Ausgaben für inländische Sozialprogramme (z.B. Medicaid, Arbeitslosenhilfe), soll das Haushaltsdefizit trotz der Steuersenkungen begrenzt werden. Die Idee der Kürzungen bei zivilen Sozialprogrammen und Bundesbehörden, war auch um die Rolle des Staates in der Wirtschaft zu begrenzen. Trotz angestrebter Sparsamkeit stiegen die Verteidigungsausgaben im Zuge des Kalten Krieges massiv an. Trump dagegen zwingt seine Bündnispartner der NATO aufzurüsten und versucht die Militärausgaben zu begrenzen. Obwohl auch Trump tiefe Einschnitte bei zivilen Programmen (z. B. Umweltschutz, Bildung, Forschung) fordert, machen die sogenannten Mandatory Spendings für Social Security (Rente) und Medicare (Gesundheitsvorsorge für Senioren) weiterhin den faktisch größten Teil des gesamten US-Bundeshaushalts aus. Trump hat wiederholt versprochen, diese Kernprogramme unangetastet zu lassen, was die Reduzierung des Gesamtdefizits erschwert.

  4. Begrenzung der Geldmenge (Monetary Policy): durch die Unterstützung der US-Notenbank (Federal Reserve, Fed) bei einer straffen Geldpolitik soll die hohe Inflation bekämpft werden. Die Geldmengenstabilität ist eine restriktive Geldpolitik zur Bekämpfung der Preissteigerungsrate (Preisniveau) unterstützt durch die Fed, um den Wert des Dollars zu stabilisieren. Diese soll unter Trump allerdings an die Dollar-Smile-Theorie angelehnt und bewusst gesteuert werden.


Obwohl Trumponomics oft als Reaganomics 2.0 bezeichnet wird, da beide Ansätze auf Steuersenkungen und Deregulierung setzen, gibt es fundamentale Unterschiede, insbesondere in der Außenhandelspolitik und dem Verhältnis zu staatlichen Institutionen. Es spielen auch geopolitische Faktoren eine Rolle. Ronald Reagan stand in den 1980er Jahren inmitten des Kalten Kriegs vor anderen Herausforderung als Donald Trump in einer von Globalisierung geprägten digitalen Welt und einer neuen Blockbildung durch schnellwachsende Volkswirtschaften. Mit der BRICS+ führen die USA nicht mehr den klassischen Systemkampf, "Westen gegen Osten". Die beiden Ansätze der US-Präsidenten sind demnach ähnlich, aber sie unterscheiden sich in den Schwerpunkten:


  • Im Hinblick auf die Handelspolitik (Freihandel vs. Protektionismus) unterscheiden sich die beiden Präsidenten in ihren Ansätzen. Ronald Reagan setzte auf Freihandel und legte den Grundstein für große Abkommen wie NAFTA. Reagan sah in offenen Märkten den Motor für globalen Wohlstand. Donald Trump steht in der amerikanischen Tradition ebenfalls für freie Märkte (USMCA als Nachfolger des Abkommens NAFTA), nur das dieser aufgrund der Handelsungleichgewichte einen merkantilistischen und protektionistischen Ansatz unter dem Motto „America First“ verfolgt. Trump nutzt massiv Zölle als Druckmittel, um Handelsdefizite abzubauen und die heimische Industrie zu schützen. Auch bei den Steuersenkungen unterscheiden sich die beiden Präsidenten bei ihrem Schwerpunkt.

  • Die Reaganomics konzentrierten sich stark auf die Senkung der persönlichen Einkommenssteuersätze (von 70 % auf 28 %), um individuelle Leistungsanreize zu schaffen. Die Trumponomics dagegen legen das Hauptaugenmerk primär auf die Unternehmenssteuer (Senkung von 35 % auf 21 % im Jahr 2017), um die USA als Wirtschaftsstandort attraktiver zu machen.

  • Während Reagan die Unabhängigkeit der Federal Reserve unterstützte und deren restriktive Geldpolitik zur Inflationsbekämpfung, selbst bei hohen Zinsen respektierte, kritisiert Trump die Fed öffentlich und drängt auf niedrige Zinsen, um das Wachstum künstlich anzukurbeln. Die Trumponomics stellen die traditionelle Unabhängigkeit der Zentralbank infrage und wollen zukünftig mitbestimmen.

  • Auch bei der Einwanderungspolitik unterscheiden sich die beiden US-Präsidenten in ihren wirtschaftspolitischen Ansätzen. Reagan befürwortete Einwanderung als Mittel zur Unterstützung des Arbeitsmarktes und des Wachstums. Trump dagegen setzt auf strikte Einwanderungsbeschränkungen, mit der Begründung, dadurch US-Arbeitsplätze und Löhne zu schützen.


Beide Konzepte teilen die Überzeugung der Angebotsökonomie, dass Deregulierung und niedrigere Steuern zu Investitionen führen, nehmen dabei jedoch eine massive Staatsverschuldung in Kauf. Während es bei Reagan hauptsächlich die Ausgaben für das Militär während des Kalten Krieges betrafen, sind es bei Trump Ausgaben in die physische Grenzsicherung und interne Migrationskontrolle (U.S. Immigration and Customs Enforcement, ICE) und Investitionen in Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz.



Beggar-thy-Neighbor-Politik und der Safe Haven USA


Wenn die US-Wirtschaftsdaten der Trump-Regierung deutlich enttäuschen, schaffen sie damit die Nachfrage des Safe Havens, die den US-Dollar unterstützt. Sie sorgen mit negativen Daten dafür, dass sich die Wirtschaft im Land rasch abschwächt. Überraschen die Daten positiv, sorgen Trumps Strategen für ein Erstarken der US-Wirtschaft. Dies würde die US-Notenbank dazu veranlassen die Zinsen zu erhöhen, was den Dollar unterstützt. Damit das nicht so läuft, braucht Trump einen seiner Leute bei der US-Notenbank. Der Wechsel steht bald bevor, der US-Präsident und seine Strategen planen mit dem neuen Fed-Chef gemeinsam zu bestimmen, wann Zinsen erhöht werden und wann nicht. Nach Trumps Vorstellungen, soll Kevin Warsh neuer Chef der US-Notenbank Fed werden und Jerome Powell ersetzen.


Es geht bei dem Plan mit der Federal Reserve um klassische Währungsmanipulation. Durch die Abwertung des US-Dollars soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit auf Kosten der anderen Volkswirtschaften verbessert werden. Trump verlagert seine Probleme auf die Nachbarn und seine Verbündete, mit der sogenannten Beggar-thy-Neighbor-Politik, als Teil des amerikanischen Protektionismus und seiner Donroe-Doktrin (u.a. eine digitale Monroe-Doktrin).


es geht um klassische Währungsmanipulation.

Trump will das machen, was China längst tut. Die Volksrepublik (Japan übrigens auch) hält den Wechselkurs seiner nationalen Währung Renminbi (Yuan) durch Devisenmarktintervention niedrig, um so die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Produktpalette auf dem internationalen Markt zu gewährleisten. Als Folge ergaben sich seit der Jahrtausendwende chronische Exportüberschüsse und hohe Devisenreserven in US-Dollar. Da China keine große Mengen US-Produkte nachfragt, erfolgt kein marktwirtschaftlicher Ausgleich der Warenströme beziehungsweise ist ein hohes US-amerikanisches Außenhandelsdefizit entstanden. Das stört Donald Trump und erklärt seine Zollpolitik gegenüber alle Länder mit einem Defizit im Sinne eine Ungleichgewichts gegenüber der USA.


Genannt wird dieses System das Bretton-Woods-II-Regime, welches darauf basiert, dass die USA große Teile ihres Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizits durch chinesische Kapitalzuflüsse finanzieren und so günstig Güter aus China importieren. Im Gegenzug erzielt China, Exportüberschüsse und häuft Devisenreserven in US-Dollar auf. Die USD-Reserven hat China in zehn Jahren mehr als halbiert (von 59 % auf strategische 25 %) und dafür seinen Bestand diversifiziert und überwiegend in Gold erhöht. Dennoch bleibt China mit einem Bestand von 3,4 Billionen US-Dollar auf Platz 1 und an den gesamten Devisenreserven gemessen weiterhin einer der größten Gläubiger der Welt.


Strategy of Unpredictabilty und das Rezept der Unsicherheit


Die Mitte des Dollar-Smiles stellt die schwächste Phase für den US-Dollar dar. Diese tritt in Zeiten synchronisierten globalen Wachstums, stabiler Finanzbedingungen und gesunder Risikobereitschaft auf (Risk-On). Wenn Investoren zuversichtlich hinsichtlich der globalen Aussichten sind, fließt Kapital aus den USA ab und in Schwellenmärkte, Rohstoffe und renditestärkere Anlagen. Bei weltweit starkem Wachstum gibt es weniger Gründe, die Reservewährung mit niedrigeren Renditen zu halten, wenn Alternativen bessere Erträge bieten. Dementsprechend sind risikofreudige Märkte für die USA momentan nicht gewünscht.


Die Beziehung zwischen Dollar, Zinsen und Goldpreis ist während Übergangsphasen besonders wichtig.

In solchen Phasen steigen in der Regel die Rohstoffpreise, die Währungen der Schwellenländer legen zu und internationale Beteiligungen profitieren sowohl von der lokalen Aufwertung als auch von günstigen Währungsentwicklungen.

Dies ist auch der Zeitpunkt, an dem Gold oft mit Gegenwind zu kämpfen hat, wenn das Vertrauen hoch ist und die Realzinsen steigen.


Die Beziehung zwischen dem Dollar, den Zinsen und den Goldpreisen ist während dieser Übergangsphasen besonders wichtig. Wenn also die Abwertung der eigenen Währung dazu führen soll, dass sich die im Inland produzierten Produkte im Ausland kostengünstiger verkaufen lassen, steigt infolgedessen der Export, was die Produktion ankurbelt und die Arbeitslosigkeit sinken lässt. Deshalb kaufen die großen BRICS+ Player Gold und andere Edelmetalle als strategische Reserve massenweise auf. Die Antwort der USA auf diese (illegale) Entdollarisierung, war die Spezialoperation in Venezuela. Hier wurde Öl gegen Gold gehandelt oder über den chinesischen Petroyuan abgewickelt. Mit der US-Maßnahme in Caracas bleibt die Dominanz des US-Dollars im internationalen Ölhandel weiterhin hoch.


Wenn die Dollarnominierung von Öl als wirtschaftliche Absicherung oder als Hebel für militärische Einflussnahme interpretiert wird, wird es in der geopolitischen Bedeutung oft als Petrodollar-Krieg bezeichnet. Bisher gab es ein sicheres Petrodollar-Recycling, da die ölproduzierenden Länder (OPEC) ihre überschüssigen Dollar in westliche Finanzmärkte reinvestieren, insbesondere in US-Staatsanleihen.


Nach über 50 Jahren wurde das Abkommen zum Petrodollar-System mit Saudi-Arabien nicht mehr verlängert. Dieses auf einer geheimen Absprache basierende Abkommen zwischen den USA und den Saudis ist im Juni 2024 abgelaufen. Es soll sich Experten zufolge um ein informelles Abkommen zwischen den beiden Ländern handeln. Darin sollen sich die beiden Länder auf den US-Dollar als Zahlungsmittel, ohne zeitliche Befristung geeinigt haben. Die offizielle Nutzung des US-Dollars für Transaktionen im Ölgeschäft der OPEC-Länder basiert demnach auf informelle Übereinkünfte und der Tatsache, dass der USD bisher die liquideste Währung für globale Rohstoffmärkte war bzw. auf unabsehbarer Zeit bleibt, trotz der Alternative zum Petroyuan. Dennoch, nicht nur sanktionierte Länder wie Russland, Iran und Venezuela haben bisher über den chinesischen Yuan abgerechnet. Neben Saudi-Arabien, nutzen auch die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak vermehrt den Yuan für den Handel mit China. Die US-Regierung wird Alternativen durch gezielte Maßnahmen erst gar nicht aufblühen lassen.



Donroe-Doktrin und das Spiel mit der Angst


Die linke Seite des Dollar-Smiles steht für die durch Angst getriebene Spitzenstärke des Dollars. Sie entspricht der gegenwärtigen US-Politik unter der Trump-Regierung, die aktiv die Märkte verunsichert. Wenn die globale Unsicherheit aufgrund von geopolitischen Schocks oder einer plötzlichen Verschlechterung der Wirtschaftslage zunimmt, fließt Kapital unabhängig von den innenpolitischen Bedingungen in den US-Dollar. Das gilt auch bei Finanzkrisen. Der Dollar wird stärker, weil er als weltweit wichtigste Fluchtwährung fungiert. Globale Anleger liquidieren ausländische Vermögenswerte und wechseln zu US-Staatsanleihen und Dollar-Bargeld. Der Status des Dollars als Reservewährung schafft einen sich selbst verstärkenden Kreislauf: Je angespannter die Lage wird, desto stärker ist die Nachfrage nach Greenbacks.


Dies mag kontraintuitiv erscheinen. Selbst wenn sich die US-Wirtschaft abschwächt, kann der Dollar an Stärke gewinnen, weil andere Volkswirtschaften als risikoreicher wahrgenommen werden. Die Flucht in sichere Anlagen überlagert die Fundamentaldaten. So zieht die USA selbst Kapital aus der milliardenschweren Schattenwirtschaft, insbesondere aus Lateinamerika. Auch das erscheint unlogische unter Anbetracht des War on Drugs der USA. Seit Jahrzehnten bietet Amerika den Drogenkartellen hervorragende Möglichkeiten über Investitionen in den Vereinigten Staaten ihr illegales Geld reinzuwaschen. Die Destabilisierungspolitik ist Teil des System der hybriden Kriegsführung der USA im globalen Wettstreit mit China. Die Spezialoperation in Venezuela und die momentanen Unruhen in Mexiko sind strategische Schachzüge auf dem Schachbrett des globalen Finanzsystems. Die US-Geheimdienste sorgen im Auftrag der Regierung dafür, dass die Schattenfinanzwirtschaft funktioniert und die dunkle Liquidität in die richtige Richtung fließt, in die Vereinigten Staaten, dem sicheren Hafen (Safe Haven) für weltweites Kapital.


Je angespannter die Lage wird, desto stärker ist die Nachfrage nach Greenbacks.

Für US-Aktienanleger hat die risikoreduzierende Dollarstärke gemischte Auswirkungen. Exporteure sehen sich mit Gegenwind konfrontiert, und die defensive Positionierung, die die Dollarstärke antreibt, geht oft mit einem allgemeinen Rückgang der Aktienkurse einher. Dieser Effekt lässt sich gerade an den Aktienmärkten beobachten. US-Staatsanleihen (Treasuries) sollen so als sichere Alternative dienen.


Trumps geopolitisches Machtinstrument und Nixon-Schock


Die rechte Seite des Dollar-Smile steht für die Stärke, die durch die überdurchschnittliche Wirtschaftsleistung der USA angetrieben wird. Dies unterscheidet sich von der Stärke bei risikoaversen Anlegern, da sie eher mit einer positiven Stimmung als mit Angst einhergeht.


Wenn die US-Wirtschaft schneller wächst als andere Volkswirtschaften, kann die Federal Reserve höhere Zinsen beibehalten oder vor anderen Zentralbanken eine Straffung vornehmen. Höhere relative Zinsen ziehen Kapital an, das nach besseren Renditen sucht, und stärken den Dollar. Hier kommt der neue US-Notenbank-Chef ins Spiel. Dieser soll der Entdollarisierung (De-Dollarization) entgegenwirken und die aggressive Strategie der Trump-Administration mit einer straffen Geldpolitik sichern.


Trump muss womöglich die die Fed dazu nicht mehr unter Druck setzen, sondern könnte zukünftig das Finanzministerium anweisen, den Dollar niedrig zu halten oder abzuwerten, um US-Exporte gegenüber chinesischen, indischen oder europäischen Waren wettbewerbsfähiger zu machen. Das wäre ein Bruch mit der Strong Dollar Policy, die seit Jahrzehnten gilt. Ein radikaler Schritt wäre eine Neudefinition des Reserve-Status, durch die Einführung einer zweigeteilten Währung (digitale Kryptowährung) oder strenger Kapitalverkehrskontrollen, um zu verhindern, dass Kapital aus den USA abfließt. Die US-Regierung hat dafür bereits zwei neue Instrumente für die Geldpolitik geschaffen, die Kapital mit Gewalt in den Dollar-Raum zwingen. Den One Big Beautiful Bill Act (OBBBA) und GENIUS Act.


Im Währungskrieg hält die Fed die Zinsen künstlich hoch, um einen „Saug-Effekt“ zu erzeugen, als Teil der klassischen Beggar-thy-Neighbor-Politik.

Obwohl sich der Markt in der Übergangsphase als risikoavers erweist, kann die Fed den Dollar weiter fallen lassen. Die Währungs-Waffe (Weaponization) wird für Systemrivalen zum Risiko. Durch die massive Nutzung von Sanktionen und das Einfrieren von Währungsreserven wie im Fall Russlands und der Invasion in Venezuela, haben den Dollar von einem neutralen Wirtschaftsgut in eine "geopolitisches Instrument" verwandelt. Anleger fürchten nicht mehr nur Marktvolatilität, sondern Konfiszierungsrisiken. Das "Smile" bricht, wenn die USA selbst die Quelle der Instabilität sind. Durch den OBBBA und die daraus resultierenden Rekordverschuldung sowie inflationäre Importzölle durch Trumps Liberation Day Tariffs exportierten die USA Unsicherheit, anstatt sie zu absorbieren. Die Trump-Administration mit ihren Finanzexperten und Wirtschaftsstrategen würde durchaus soweit gehen, für den Erhalt der Dollar-Hegemonie einen zweiten Nixon-Schock herbeizuführen.


Über den GENIUS Act versuchen nun die USA, die globale Liquidität in regulierte Stablecoins (Tether/USDT oder Circle/USDC) zu zwingen. Da diese zu 100 % in US-Treasuries gedeckt sein müssen, sichern sie die Nachfrage nach US-Schulden künstlich ab, selbst wenn Staaten sich abwenden. Wer im digitalen Raum handelt, zahlt indirekt weiterhin den „US-Tribut“. Digitale Enteignung und Beschlagnahmungen von Kryptowährungen sollen zukünftig dem Fiskus zugeführt und nicht vernichtet werden. Im Währungskrieg hält die Fed die Zinsen künstlich hoch, um einen „Saug-Effekt“ zu erzeugen, als Teil der klassischen Beggar-thy-Neighbor-Politik. Trump und seine Strategen ruinieren die Währungen der Handelspartner, um das Kapital zur Finanzierung des eigenen Defizits nach Hause zu zwingen.


Trump-Paradoxon: Beautiful and Genius Dollar-World


Diese Strategie der Trump-Regierung kommt Anlegern, die sich auf die USA konzentrieren, direkt zugute. Inländische Aktien entwickeln sich in der Regel gut, und die Stärke des Dollars verstärkt die Renditen für ausländische Anleger, die US-Vermögenswerte halten. Wachstumsaktien sind oft führend, da die starke Nachfrage und steigende Unternehmensgewinne die Bewertungen stützen.


USA, ein Staat voller Paradoxe.

Eine anhaltende Stärke des Dollars schadet letztendlich multinationalen Unternehmen, die ihre Einnahmen im Ausland erzielen. Wenn ausländische Gewinne wieder in Dollar umgerechnet werden, mindert die stärkere Währung ihren Wert. Deshalb lockt Trump ausländische Technologie-Unternehmen mit attraktiven Angeboten in die USA. Die US-Bundesstaaten Delaware, Wyoming, South Dakota fungieren als Binnen-Steuerparadiese und bieten die Möglichkeit über Briefkastenfirmen Steuern zu sparen, Schwarzgeld weiß zu waschen oder Kapital über hundert Jahre zu günstigen Konditionen anzulegen. Florida lockt Oligarchen und Boligarcas (Bolibourgeoisie) mit imposanten Immobilienprojekten in Miami, der Lone Star State vermögende Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen, da Texas keine Einkommensteuer erhebt.


Die USA sind das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Staat voller Paradoxe: Die Nutzung dieser Strukturen zur Steuervermeidung kann komplex sein und unterliegt auch in den USA gesetzlichen Regulierungen. Steuerflucht ist illegal; die Nutzung von steuergünstigen Standorten zur legalen Steueroptimierung ist jedoch gängige Praxis. Insgesamt gibt es neun Bundesstaaten, die keine persönliche Einkommensteuer auf Arbeitseinkommen erheben, was sie zu allgemeinen "Niedrigsteuerländern" macht. New Hampshire erhebt seit 2025 überhaupt keine Steuer mehr auf Zinsen und Dividenden. Der riesige Dienstleistungssektor mit ihren Gatekeepern und Enablern hilft bei Investitionen in den Staaten jedem weiter, durch gesetzliche Schlupflöcher. Der ENABLERS Act zur Schließung von Lücken im US-Finanzsystem ist voller Lücken, die es Kriminellen und sanktionierten Akteuren ermöglichen, Gelder zu waschen. Trump bietet dazu beispielsweise seine Gold Card schwerreichen russischen Oligarchen an, die sich ein Bleibe- und Niederlassungsrecht erkaufen können.


USA sind das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Die Dollar-Smile-Theorie bietet in der Regel einen praktischen Rahmen, um zu verstehen, wie Währungsbewegungen mit Portfolioentscheidungen zusammenhängen. Die Regeln hebelt Trump jedoch aus. Wenn der Dollar in der Mitte des Smiles schwächer wird, erzielen internationale und Schwellenländer-Vermögenswerte tendenziell eine Outperformance. Dazu lässt es der US-Präsident und sein Berater-Stab nicht kommen, wie die Operation in Venezuela zeigt. In Mexiko herrscht kurz vor den Verhandlungen zum United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA) nicht zufällig Unruhe. Kanadas Premier Mark Carney ist ohnehin bei Trump in Verruf geraten. Panama, hat sich längst Trumps Doktrin gebeugt und wieder die Kontrolle über wichtigen Kanalterminale Balboa und Cristobal übernommen. Diese wurden bisher von der PPC betrieben, der chinesischen Tochter Panama Ports Company. Die geopolitische Lage ist wieder unter US-Kontrolle. China reagiert scharf auf die Machtverschiebung; welche Vergeltungsmaßnahmen folgen werden ist noch unklar. Trump hat auch einen Deal mit Armenien im Kaukasus geschlossen und sich strategisch direkt vor den wichtigsten Routen der Wirtschaftskorridore seiner Systemrivalen positioniert (u.a. der One Belt, One Road Initiative, BRI). Hier bewegt sich die USA nicht mehr in ihrer westlichen Hemisphäre wie es James Monroe in seiner Doktrin vorschlägt. Donald Trumps Strategie und seine Doroe-Doktrin bleibt unvorhersehbar und vorerst bleiben die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran abzuwarten. Die kritische Lage im globalen Machtkampf der Systemrivalen kann jederzeit kippen.


US-Leverage für Risk-On und Risk-Off: Währungseffekte


Wenn der Dollar auf einer der beiden Seiten stärker wird, bieten auf US-Dollar lautende Vermögenswerte durch eine disziplinierte Vermögensallokation relativen Schutz. Ein starker Dollar belastet die Gewinne multinationaler Unternehmen mit erheblichen internationalen Einnahmen. Die Unternehmen im S&P 500 erzielen beispielsweise rund 40 % ihrer Einnahmen im Ausland, sodass die Währung ein wichtiger Faktor in den Gewinnberichten ist.


"to the victor belong the spoils".

Es ist für Anleger wichtig, zwischen einer echten Schwäche des Geschäfts und Währungseffekten zu unterscheiden. Um zu erfahren, welche Effekte sich wann und wie auf die Wirtschaft der einzelnen Länder und ihre Spitzenunternehmen auswirken kann, bittet der Deal Maker Donald Trump seine Nachbarn und Verbündete an den Verhandlungstisch. Die einflussreichen US-Tech-Oligarchen mögen dabei vielleicht mit am Tisch sitzen oder im Hintergrund die Fäden ziehen. Jedenfalls hat die Trump-Regierung wenig moralische Grenzen wenn es darum geht die Beute mit der Familie und den Freunden zu teilen. Das gilt nicht nur in der Tradition des siebten US-Präsidenten Andrew Jacksons von 1829-1837, der nach seinem Motto "to the victor belong the spoils" Posten in seiner Regierung vergeben hat. Trumps Verteilung der Beute geht über den Nepotismus hinaus, seine Tech-Buddies und Familienangehörige haben sich durch Insiderhandel (Insider Trading) um Milliardenbeträge bereichert.


Ein schwacher Dollar stützt die Rohstoffpreise, da Rohstoffe in US-Dollar gehandelt werden und somit für ausländische Käufer günstiger sind. Eine starke Dollarentwicklung hat den gegenteiligen Effekt. Das Verständnis der Position des Dollars auf dem Smile hilft dabei, die Entwicklungen bei Gold und Kupfer genauer zu interpretieren. Die praktischste Anwendung besteht darin, zu identifizieren, in welcher Phase sich der Markt unter den geopolitischen Bewegungen befindet. Stärkt sich der Dollar aufgrund von Ängsten, einer überdurchschnittlichen Performance der USA oder schwächt er sich aufgrund eines breit angelegten globalen Wachstums ab?


Jedes Szenario impliziert eine unterschiedliche Positionierung.

Jedes Szenario impliziert eine unterschiedliche Positionierung bei Aktien, Rohstoffen und festverzinslichen Wertpapieren. Trump sorgt mit seinen politischen Szenarien für Unsicherheit und Chaos. Der US-Präsident nutz hier die Madman-Strategie seines ehemaligen Amtskollegen Richard Nixon und sorgt mit einer erratischen Zollpolitik gegenüber allen Handelspartnern, für Druck auf Märkte und Unsicherheit bei Entscheidungen in globalen Unternehmen. Trump antwortet auf jede Spekulation mit einem speziellen Gesetz und auf jede ernsthaftere Entdollarisierungsbewegung mit einer Spezialoperation. Er sorgt bei seinen Rivalen für Ratlosigkeit und Angst. Ob öffentlich wie bei der Verhaftung Nicolas Maduro mit militärischen Mitteln und der Invasion in Venezuela, über die Weitergabe von Informationen durch den Geheimdienst CIA als Beihilfe zur Ermordung des Kartell-Bosses El Mencho im Mexiko, oder über diplomatischen Druck wie im Fall Panama wo chinesische Investoren enteignet und aus dem Land gejagt wurden.


Trumps Dollar-Grimasse und US-Dollar-Hegemonie


Die Dollar-Smile-Theorie erklärt, warum der US-Dollar aus zwei gegensätzlichen Gründen an Wert gewinnt: globale Unsicherheit und überdurchschnittliche Wirtschaftsleistung der USA. Dazwischen verliert er an Wert, wenn die Lage ruhig genug ist, dass Kapital in höher verzinsliche Alternativen im Ausland fließt. Das Verständnis der Dollar-Dynamik verbessert die Interpretation von Erträgen, Portfolio-Positionierung und assetübergreifenden Beziehungen.


Währungen sind nicht von Aktieninvestitionen zu trennen. Sie sind in jeder Rendite enthalten. Deshalb betrifft es Privatanleger, Unternehmen und Reservemanager gleichermaßen. Donald Trump und seine US-Regierung gehen dabei strategisch geschickt vor und nutzen den US-Dollar im Rahmen der unberechenbaren Trumponomics als geopolitisches Machtinstrument strategisch und taktisch als Währungswaffe.


Instrumentalisierung des US-Dollars als Waffe: Weaponization und Triffin-Dillema


Unter der Logik von America First wird der Dollar von der amtierenden US-Regierung zu einem machtpolitischen Sanktions- und Disziplinierungsinstrument umgebaut. Die USA kontrollieren die globale Finanzarchitektur (insbesondere das SWIFT-System). Unter Trump und teilweise bereits unter Biden gegenüber Russland wurde der Zugang zum Dollar-Raum an politisches Wohlverhalten gekoppelt.


Wer US-Interessen zuwiderhandelt, wird vom Dollar-Clearing abgeschnitten. Dieser finanzielle Ausschluss vom Welthandel ist für eine Volkswirtschaft wie ein Entzug des „wirtschaftlichen Sauerstoffs“. Dies hat unwilkürlich eine extraterritoriale Wirkung auf die Unternehmen sanktionierter Länder und auf Staaten und Unternehmen die mit diesen Handel betreiben. Da fast alle internationalen Bankgeschäfte irgendwann über US-Korrespondenzbanken laufen, können die USA Unternehmen weltweit bestrafen, die mit sanktionierten Staaten handeln.


Trumps Wirtschaftspolitik (Trumponomics) ist im Vergleich zu der unter Reagan (Reaganomics) weitaus machiavellistischer, durch die aggressive Nutzung der Währungswaffe gegen verbündete Staaten oder neutrale Handelspartner. Die Drohung mit 100 % Strafzöllen für Länder, die im Handel mit Dritten auf den US-Dollar verzichten, verwandelt die Weltwährung in ein Erpressungsinstrument mit einer Kill-Switch, bei der die USA das Recht des Stärkeren anwenden kann. Länder die vom Dollar abhängig sind können mit Zöllen bestraft oder ganz vom Welthandel ausgeschlossen werden (SWIFT) und Vermögenswerte können jederzeit eingefroren werden.


Hier kann von einem Zwang zum Dollar-Standard gesprochen werden. Der Dollar wird nicht mehr gewählt, weil er die stabilste Option ist, sondern weil die Kosten eines Ausstiegs (Handelskrieg mit den USA) künstlich in die Höhe getrieben werden. Das führt Kritiker auf das Triffin-Dilemma und das Vertrauensrisiko. Diese warnen, dass die Weaponization des Dollars ein Paradoxon auslösen kann. Je stärker die USA den Dollar als Waffe gegen die BRICS+ einsetzen, desto größer wird der Anreiz für diese Staaten (allen voran China, Russland, Indien und Brasilien), parallele Finanzstrukturen wie die BRICS-Bridge zu bauen. Eine Währungs-Waffe ist nur so lange effektiv, wie der Gegner kein Schutzschild hat. Sobald die BRICS+-Staaten ihre eigenen Zahlungssysteme etabliert haben, verliert die „Dollar-Waffe“ ihre Abschreckungswirkung.


Das Triffin-Dilemma beinhaltet zwei widerstrebende Anforderungen an eine Reservewährung. Um als weltweite Ankerwährung bzw. Weltreservewährung dienen zu können, muss die USA das Ausland ausreichend mit US-Dollar versorgen, was mit Hilfe einer negativen Handelsbilanz und entsprechenden Zahlungsbilanzdefiziten möglich ist. Die Defizite erzeugen bei den Anlegern und Handelspartner jedoch einen Vertrauensverlust in die Leitwährung und im Fall von Bretton-Woods in die damals nicht mehr aufrechtzuerhaltende Zusage der Golddeckung des US-Dollars. Umgekehrt kann eine erfolgreiche Bekämpfung der Zahlungsbilanzdefizite dazu führen, dass die Bedeutung der globalen Reservewährung geschwächt wird. Deshalb versuchen die USA Milliarden an US-Dollars aus der Schattenfinanzwirtschaft und dem Eurodollar-Raum in die USA zu saugen und in Stablecoins zu wandeln.


Trump setzt zum einen darauf, dass die Abhängigkeit der Welt vom US-Verbrauchermarkt so groß ist, dass niemand es wagen wird, die Dollar-Waffe herauszufordern und zum anderen sorgt er dafür, dass die Kartele keine zweiten sicheren Hafen für ihr dunkles Kapital finden. Es ist ein hochriskantes Spiel um die globale monetäre Hegemonie.


Strategie der US-Dollar-Hegemonie

1. Taktische Flanke: Erzwungene Risikoaversion (Die linke Seite des Smiles)

Normalerweise flüchten Anleger bei externem Stress in den Dollar. Die Strategie der USA besteht darin, Stressfaktoren so zu steuern, dass der Dollar der einzige "geschützte" Hafen bleibt.

  • Waffenfähige Sanktionen (Case Venezuela/Iran): Durch die gezielte Verhaftung von Staatschefs wie Maduro und die totale Blockade deren Finanzströme senden die USA ein Signal: "Wer nicht im US-System spielt, verliert alles." Dies erzeugt eine Risikoaversion gegen Nicht-Dollar-Anlagen.

  • Hedge-Zwang: Da die USA über den OBBBA (Big Beautiful Bill) massiven fiskalischen Druck ausüben, steigen die Volatilitäten. Ausländische Anleger, die in US-Tech oder Treasuries investiert sind, müssen ihre Absicherungen (Hedges) bei fallenden Kursen anpassen. Die USA nutzen diese technische Mechanik, um künstliche Dollar-Nachfrage zu generieren, selbst wenn die US-Fundamentaldaten schwächeln.


2. Strategische Flanke: Der "Digital Twist" (Die Mitte des Smiles)

In der Mitte des Smiles (synchrone globale Erholung) schwächelt der Dollar normalerweise. Hier setzen die USA unter anderem den GENIUS Act als strukturelles Gegenmittel ein:

  • Stablecoin-Absaugung: Da Stablecoins weltweit als Zahlungsmittel (z.B. für Remittances oder im informellen Handel) genutzt werden, zwingt der GENIUS Act die Emittenten, jeden digitalen Dollar mit echten US-Treasuries zu decken.

  • Strategischer Effekt: Selbst wenn die Weltwirtschaft boomt und Anleger Risiko suchen, müssen sie für ihre digitalen Transaktionen Stablecoins halten. Dies erzeugt eine permanente, strukturelle Nachfrage nach Dollars, die das "Loch" in der Mitte des Smiles stopft. Der Dollar wertet nun auch dann auf, wenn er es theoretisch nicht sollte.


3. Die rechte Seite des Smiles: "America First" Wachstum

Hier nutzen die USA den One, Big, Beautiful Bill, um eine Wachstumsdivergenz zu erzwingen:

  • Zinsdifferenz-Maximierung: Durch massive Staatsausgaben bei gleichzeitig restriktiver Einwanderungspolitik bleibt die Inflation in den USA "sticky" (zäh). Die Fed ist gezwungen, die Zinsen höher zu halten als die EZB oder die BoJ.

  • Kapital-Staubsauger: Das hohe Zinsniveau in den USA saugt das Kapital aus Europa und Asien ab. Das "Lächeln" wird hier durch eine aggressive Beggar-thy-Neighbor-Politik gestützt: Die USA wachsen auf Kosten der Liquidität ihrer Partner.


Zusammenfassung der US-Strategie zum Erhalt der Dollar-Hegemonie:

Phase des Smiles

Traditioneller Treiber

Strategie 2026 (Modernisiert)

Links (Krise)

Flight to Quality

Flight to Protection: Erzwungene Sicherheit durch Sanktionen & regulatorische Dominanz.

Mitte (Globaler Boom)

USD-Schwäche

Stablecoin-Anchor: GENIUS Act erzwingt Dollar-Nachfrage für digitale Transaktionen.

Rechts (US-Boom)

Zinsdifferenz

Fiskal-Turbo: OBBBA saugt durch hohe Renditen globales Kapital ab.

Tabelle 1: Zusammenfassung der US-Gesamtstrategie 2026 (USD-Hegemonie)


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In einem immer dynamischeren Wettbewerb, mit volatilen Absatzmärkten und unsicheren Lieferketten ist substantielles Wachstum eine echte Herausforderung. Der schnelle Wandel und technologische Fortschritt verändern ganze Wertschöpfungsketten. Das erschwert die Planung in sämtlichen Unternehmensbereichen. Die Lösung liegt in der strategischen Passung. In einer leistungsfähigen Organisation mit richtigen Prozessen, stehen wirksame Abläufe für bessere Ergebnisse. Das bringt dir mehr Umsatz bei höheren Margen. Auf dem Weg voran, berate ich dich im Sales, Business Development und Operations. Doch am liebsten setze ich meine Erfahrungen direkt um – für mehr Kundenwert und Wertschöpfung im digitalen Zeitalter! 


Als "Hub of the Wheel" betrachte ich dein Unternehmen aus verschiedenen Blickwinkeln und verbinde Stärken zu wertorientierten Strategien. Diese setzte ich wirksam und nachhaltig um, für eine optimale Transformation in die digitale Zukunft. Einfach gesagt: Mein Name ist Dejan Kosmatin, ich bin Interim Manger & Strategieberater aus Hamburg und schaffe Operational Excellence für exzellenten Sales!


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konstitutioneller Ansatz der Betriebswirtschaft & Managementlehre mit Verantwortung: transparente Fakten, ungeschönte Wahrheit, direktes Management oder einfach KLARHEIT | UMSETZUNG | WACHSTUM



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